AUTO BILD – Seit 35 Jahren in Bewegung

Seit 35 Jahren ist die erfolgreiche Automobilzeitschrift der BILD nun schon in der Spur. Damit hat Europas größte automobile Medienmarke eine beachtliche Strecke absolviert: von der ersten 72-seitigen Ausgabe im Jahr 1986 bis hin zur multimedialen und international aufgestellten Mobility-Markenfamilie heute.

Wir haben mit AUTO BILD-Chefredakteur Tom Drechsler einen Boxenstop zum Jubiläum gemacht:

Herzlichen Glückwunsch, Tom! 35 Jahre AUTO BILD – was für eine Erfolgsstory! Wer hatte 1986 eigentlich die Idee für diesen BILD-Ableger?

Danke für die Glückwünsche. Eigentlich feiert niemand den 35sten so richtig. Aber in Zeiten, in denen manche Magazine nicht mal ihren ersten Geburtstag feiern dürfen, sind wir angemessen stolz. Dank dafür gebührt dem im November letzten Jahres verstorbenen und damaligen BILD-Chef Günter Prinz und seiner Truppe, die vor 35 Jahren den Mut hatte, ein Auto-Magazin auf den Markt zu bringen, das es so noch nicht gab, Mit allen Tugenden der BILD: verständlich, kreativ, frech, geachtet – und manchmal auch gefürchtet. Später folgten dann ja auch noch Spezial-Titel wie AUTO BILD KLASSIK oder AUTO BILD REISEMOBIL und zuletzt BIKE BILD. Und seit 2001 dann auch die Digitalangebote.

Seit einigen Jahren liegt die Verantwortung aller Autothemen innerhalb der BILD-Gruppe ja bei dir. Wonach entscheidest du, welche AUTO BILD-Themen auch in BILD, BILD am Sonntag oder auf BILDplus veröffentlicht werden?

Das entscheide ich natürlich nicht immer ganz allein, alle Plattformen haben ja ihre Chefs. Wir steuern es so, dass jedes automobile Thema die größtmögliche Aufmerksamkeit bekommt. BILDplus spielt dabei eine überragende Rolle. Ich mag die Freiheit meiner Kolumne in BamS. Ich mag aber auch, einem Interviewpartner oder einer News die Schnelligkeit, Schlagkraft und Reichweite von BILD.de sowie von BILD LIVE anbieten zu können. Das bewegt was. Keiner unserer Auto-Magazin-Konkurrenten kann das.

Eine Kernkompetenz von AUTO BILD ist unbestritten der Auto-Test, der vielen Lesern beim Autokauf hilfreiche Hinweise gibt. Wie viele Testkilometer und Testfahrzeuge kommen denn da übers Jahr so zusammen? Und schränkt euch die Pandemie bei Eurer Arbeit derzeit stark ein?

Wir sind erst mal froh, dass wir trotz über einem Jahr Pandemie das alles so durchziehen können – ohne Qualitätsverlust. Wir testen, wir vergleichen, wir bremsen und beschleunigen auf unserem Testgelände, wir rütteln Autos durch, auf der mutmaßlich schlechtesten Straße Deutschlands. Rund 400 Fahrzeuge sind es pro Jahr, die zusammen sicher ein paar hunderttausend Kilometer zurücklegen. Wichtig ist aber weniger die Kilometerleistung, sondern die des Teams. Und die ist top! Das ist sicherlich nicht immer einfach für die Kollegen, dennoch geben alle ausnahmslos mächtig Gas für unsere Magazine, für online wie social.

Tom, die Mobilität vor allem in den Metropolen verändert sich stark: Autonomes Fahren, Sharing-Dienste, Elektro-Autos und -Räder, Diesel-Fahrverbote. Was bedeuten diese Veränderungen für ein Automagazin wie AUTO BILD?

Naja, gerade gibt es ja wieder eine Renaissance des eigenen Autos. Durch die Corona-Krise gilt es als sicherer Platz. AUTO BILD muss sich trotzdem verändern, genauso wie sich die Welt da draußen verändert – und weiter einen Schritt voraus sein. Wir müssen die Adresse sein, die hilft, sich zwischen Mobilitäts-Apps und Transformation der Antriebe zurecht zu finden. Das gilt auch im Leserdialog: Neulich hatte ich eine Videokonferenz mit fünf Lesern, die sonst live in Hamburg gewesen wären. Ich hatte mich darauf eingestellt, mich für E-Autos im Blatt zu verteidigen. Es kam ganz anders. Wir diskutierten zwei Stunden über Wasserstoff, Diesel und Elektro, viel offener als ich erwartet hatte. Das gibt mir ein Gefühl, wo die Entwicklung von Mobility jenseits aller Antriebsnostalgie hingeht.

Last but not least: Welches Auto fährst Du zurzeit am liebsten und warum?

Tatsächlich gerne ein Elektroauto. Ich muss ja aus erster Hand wissen, wie es sich fährt. Mit allen Abstrichen und Problemen im Alltag. Da fühlt man sich ein bisschen wie die Gründungstruppe von AUTO BILD. An einer kalten, zugigen Schnellladestation, irgendwo an der A24 hinter McDonalds, kommt bei mir der Pioniergeist durch. Wenn etwas Neues beginnt, ist es selten von Anfang an kuschelig.